Schluss mit Foulplay! Verbraucher verdienen mehr Fairness

Andrew Mack, CEO von Octopus Energy Germany, über Verbraucherschutz, faire Verträge und den Klimawandel.

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Mehr Gerechtigkeit und Fairness: 
für Verbraucher und das Klima

Es gibt zwei Gründe, warum Octopus Energy existiert: 
Der eine ist der Kampf gegen den immer rascher voranschreitenden Klimawandel und der andere ist der Einsatz für Fairness und soziale Gerechtigkeit. Alles, was wir tun, zielt genau auf diese beiden Punkte ab.

Manchmal gehen soziale Gerechtigkeit und Klimawandel Hand in Hand. Zum Beispiel ist es sowohl sauberer als auch günstiger, Menschen genau dann mit erneuerbaren Energien zu beliefern, wenn gerade ein Überschuss an Energie im Stromnetz ist, als es wäre, sie in Spitzenzeiten mit Strom aus fossilen Brennstoffen zu versorgen.

Die unfairen Tricks vieler Strom- oder Internetanbieter

Unter anderen Umständen steht soziale Gerechtigkeit für sich. Ich erzähle immer noch gerne die Geschichte aus dem Leben von einem unserer ersten Mitarbeiter; nennen wir ihn Max.

Als Max damals frisch nach Deutschland gezogen war, schloss er einen Vertrag für ein Breitband-Internetpaket ab, das ihn monatlich 20 Euro kostete. Ende des Jahres erhielt er eine Mail mit der Ankündigung, dass der Preis im zweiten Jahr um rund 50% steigen würde, auf nun 30 Euro pro Monat. Er sah sich daraufhin um und entdeckte günstigere Tarife. Doch als er mit seinem Internetprovider sprach, teilte man ihm mit, er habe die Frist für die Vertragskündigung verpasst und dass der Vertrag um 12 Monate verlängert wurde, zum höheren Preis.

In der Falle: Automatische Verlängerung zum höheren Preis im Folgejahr

Dieses Konzept, automatisch an einen teureren Vertrag gebunden zu sein, kannte Max zwar bislang nicht, vermutete aber, dass das in Deutschland wohl so funktioniere und zahlte fortan 30 Euro für seinen Internetanschluss. Aber die Geschichte geht noch weiter. Da der Internetprovider nicht damit zufrieden war, 50% mehr für dasselbe Produkt zu verlangen, hatte er einen weiteren Joker im Ärmel. In den Geschäftsbedingungen war eine Klausel versteckt, die es ermöglichte, die Internetgeschwindigkeit im zweiten Vertragsjahr zu drosseln.

Fairness gegenüber den Kunden? Oft Fehlanzeige

Als Max dies entdeckte, rief er den Anbieter wütend an. Die ernüchternde Antwort: Er hatte kein Recht, seinen Vertrag zu ändern. Das Geschäftsgebaren war gemäß der AGB rechtens. Und die Krönung: Man bot Max an, für zusätzliche 5 Euro pro Monat die Internetgeschwindigkeit auf das ursprüngliche Niveau anzuheben.

Ich vermute, viele würden zähneknirschend die vollen 35 Euro bezahlen und schnellstens zu einem anderen Anbieter wechseln, sobald das zweite Jahr abgelaufen wäre.

So geht es vielen Verbrauchern: große Preiserhöhungen, unflexible Verträge und  ein schlechterer Service als der, für den sie sich ursprünglich angemeldet hatten.
Es ist (noch) rechtens, aber ganz sicher nicht gerecht!

Foulplay: Unfaire Taktiken, lange Verträge und Lockangebote sind an der Tagesordnung

An dieser Stelle sei daran erinnert, dass das gesamte oben beschriebene Kundenerlebnis bewusst so gestaltet wurde: zuerst ein günstiges Lockangebot, dann die automatische Verlängerung zum höheren Preis, absichtliche Verschlechterung des Produkts und letztlich dann noch der Aufpreis, um das Originalprodukt zurückzubekommen. Dies ist im Sinne der Profitgier leider immer noch ein gängiger Ansatz vieler Unternehmen, die viel Zeit und Ressourcen in diese Taktiken investieren.

Wo bleiben Fairness und Sozialverträglichkeit?

Für Familien mit knappem Budget können zusätzliche 15 Euro pro Monat, die nicht kalkuliert waren, durchaus einen Unterschied machen. Zum Beispiel ob ein Besuch im Zoo am Wochenende möglich ist oder nicht. Oder nehmen wir eine ältere, alleinstehende Dame mit kleiner Rente. Für sie macht es im Winter womöglich den Unterschied zwischen einer warmen Wohnung oder klappernden Zähnen. (Tatsächlich fehlte 2019 fast 2 Millionen Deutsche das Geld zum Heizen, so das statistische Bundesamt).

"Hier läuft grundsätzlich etwas falsch, was das Geschäftsgebaren angeht und den Umgang mit Kunden! Und ich bin sicher nicht alleine mit dieser Meinung. Leider ist es schon fast Normalität geworden, dass sich Unternehmen so verhalten, und zum größten Teil damit durchkommen."

Ein Gesetz für faire Verbraucherverträge

Nun bringt die aktuell Regierung ein Gesetz gegen unfaire Verbraucherverträge auf den Weg. Ein Schritt, der meiner Meinung nach längst überfällig ist, wenngleich ich es schade finde, dass wir so ein Gesetzt überhaupt brauchen!

Verbraucher verdienen faire Konditionen, ganz egal bei welchen Produkten. Insbesondere gehören automatische Verlängerungen, die Kunden an überteuerte Verträge binden, komplett verboten. Es geht ums Prinzip. Und um mehr Fairness für jeden Einzelnen.

Andrew Mack, CEO von Octopus Energy Germany
Andrew Mack, CEO von Octopus Energy Germany

Andrew Mack, CEO von Octopus Energy Germany ist schon viele Jahre im Energie-Business. Als er sich entschloss, ein eigenes Startup im Energiebereich zu gründen, waren im Fairness und Transparenz besonders wichtig.

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