Wie finden die Deutschen den für sie besten Stromanbieter?

Eine Umfrage gibt Aufschluss und zeigt, was auf dem Strommarkt im Argen liegt und was die Energiewende blockiert.

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Bei der Bundestagswahl 2021 war von Anfang an klar: Es wird in Sachen Klimaschutz eine sehr entscheidende und spannende Wahl.

Laut aktueller Umfragen sieht beinahe die Hälfte der Bevölkerung den Schutz von Umwelt und Klima als drängendste Herausforderung unserer Zeit.

🤔Wir wollten wissen, worauf die Deutschen Wert legen bei der Wahl ihres Stromanbieters und welche Angebote sie nutzen. Also haben wir das Marktforschungsinstitut Civey beauftragt, eine Onlinestudie zu fahren und Personen zu befragen, die sich um das Thema Energieversorgung im Haushalt kümmern. Die wichtigsten Ergebnisse (über die auch der SPIEGEL berichtete) wollen wir hier mit Euch teilen.

Beim Kriterium der Nachhaltigkeit zeigten sich Unterschiede je nach regionaler Kaufkraft

Anders als bei der Bundestagswahl stehen bei der Energieanbieterwahl, die eigentlich das ganze Jahr läuft, vieeeeel viel mehr Akteure zur Auswahl. Aus über tausend Stromanbietern und vielen tausend Tarifen können Verbraucher*innen in Deutschland heute wählen. Es ist ein wahrer Tarifdschungel. Dass der davon abschreckt, den Wechsel zu einem grünen Anbieter überhaupt anzugehen, ist verständlich.

Was wir aus der Befragung mitgenommen haben:

40,6% „ÖKostrom ist zu teuer

21,3%
„Wir legen keinen Wert auf die Form der Erzeugung.“

31,5%
„Der Anbieterwechsel ist zu kompliziert oder die Angebote zu undurchsichtig.

Erfreulich ist, dass Ökostrom von fast einem Drittel der befragten als wichtiges Auswahlkriterium genannt wurde. Unsere Umfragedaten zeigten aber auch: Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nach wie vor Entscheidungskriterium Nummer eins für den Stromanbieter und wurde von 77% der Befragten genannt.

Im Nordosten von Deutschland sind die Energiepreise besonders hoch.

Schaut man sich die Ergebnisse nach Bundesländern an, so fällt auf, dass in Mecklenburg-Vorpommern die Menschen am meisten darauf bedacht sind, ihre Stromrechnungen klein zu halten. Kein Wunder: Der Strompreisatlas ist dort an vielen Ecken dunkelrot, was für besonders hohe Strompreise spricht. Falls Du wissen möchtest, wie sich die Strompreise überhaupt zusammensetzen, kannst Du das hier in unserem Blogbeitrag zur Strompreiszusammensetzung nachlesen.

Wie wählen Anhänger*innen verschiedener Parteien im Bundestag den besten Stromanbieter?

Es überrascht nicht. Auch hier macht ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis das Rennen.

Strom können wir als Produkt nicht sehen oder anders unmittelbar erfahren (ok, und wenn, dann ist das nicht besonders gesund). Und daher scheint es vielen dann nicht so wichtig, wer der Anbieter ist, denn der Strom aus der Steckdose ändert sich dadurch ja nicht (auch wenn manche das immer noch denken). So entscheiden sich viele einfach für einen möglichst günstigen Anbieter. 

Und sonst? 

Beim zweitwichtigsten Auswahlkriterium gehen die Meinungen auseinander. Während für Anhänger der Grünen Ökostrom fast genauso wichtig ist wie ein guter Preis, spielt auch der Wunsch nach gutem Kundenservice eine wichtige Rolle. Teilweise überwiegt dieser sogar.

Was schreckt manche noch vor dem Wechsel zu einem Ökostromanbieter ab?

Ganz unabhängig von der Parteipräferenz der Befragten wollten wir auch wissen, warum manche noch keinen Ökostrom beziehen. Und es zeigt sich: Sauberer Strom muss in Summe deutlich günstiger werden, damit ihn sich jeder leisten kann. Immerhin gaben knapp 60 Prozent an, ihren Stromverbrauch wegen hoher Strompreise schon einmal eingeschränkt zu haben. Gerade die Befragten mit sehr niedriger und mittlerer Kaufkraft hatten angegeben, aufgrund hoher Stromrechnungen ihren Stromverbrauch zu reduzieren.

Intransparenz und hohe Preise blockieren die Energiewende

Die nächste Bundesregierung sollte daher dringend den Regulierungsrahmen für den Endverbraucher-Strommarkt untersuchen und schauen wie der Strompreis gesenkt werden kann, etwa durch eine Abschaffung der Stromsteuer. Es muss allen zudem so leicht wie möglich gemacht werden, den Stromanbieter zu wechseln, bzw. sich für sonstige nachhaltige Produkte zu entscheiden. Lange genug haben sich etablierte Anbieter ausgeruht und hatten wenig Anreiz dafür, die Möglichkeiten der Digitalisierung für den Strommarkt und die Energiewende zu nutzen.

„Die Energiewende muss gelingen, aber Strom darf nicht zum sozialen Sprengstoff zwischen Arm und Reich werden. Die Angebote vieler Stromanbieter werden zudem als intransparent wahrgenommen.“
Andrew Mack, CEO Octopus Energy Germany

Jeweils die Hälfte der Befragten gibt an, dass ihnen bei der Wahl des Stromanbieters die soziale Verantwortung, z.B. in Bezug auf Ökologie oder Verbraucherschutz, und Flexibilität, z.B. in Form einer kurzen Vertragslaufzeit, wichtig ist.💚

Um den Verbraucherschutz in diesem Bereich zu stärken, müssen Preise transparenter auf den von den Deutschen gerne genutzten Vergleichsportalen dargestellt und Anreize für den Wechsel durch flexible Verträge und kurze Vertragslaufzeiten gesetzt werden. So können Preisersparnisse im Ökostrombereich schneller an die Stromkund*innen weitergegeben werden und diese bleiben nicht in langen, teuren Knebelverträgen gefangen.

🤔 Wie seht Ihr das? 

Was musst die neue Bundesregierung tun, damit Energie besser wird für alle? Wir freuen uns auf Euer Feedback über unsere Social-Media-Kanäle! 😉

🌍 Wir wollen eine Bewegung anstoßen. Grüne, saubere Energie muss für so viele Menschen so schnell wie möglich so bezahlbar wie möglich werden. Technologie ist hierfür der Schlüssel.

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