Wieso Stromanbieter ihren Kund*innen k├╝ndigen ­čśô Die Hintergr├╝nde
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Wieso Stromanbieter ihren Kund*innen k├╝ndigen ­čśô Die Hintergr├╝nde

Was ist da los auf dem deutschen Strommarkt? Einem Markt der normalerweise gepr├Ągt ist von Anbietern, die sich mit Neukundenrabatten und schicken Willkommensgeschenken ├╝bertreffen, um m├Âglichst viele Kund*innen anzulocken. Doch davon ist aktuell so gar nichts mehr zu sp├╝ren. Im Gegenteil, immer mehr Stromanbieter k├╝ndigen ihren Kund*innen.

Pl├Âtzlich sind es die Verbraucher*innen, die h├Ąnderingend nach einem neuen Anbieter suchen m├╝ssen und dabei erheblich teurere Preise zahlen als bisher.┬á

Stromanbieter k├╝ndigen ihren Kund*innen: Was ist passiert?

Unter normalen Umst├Ąnden kommt es so gut wie nie vor, dass Stromanbieter von ihrem Recht Gebrauch machen, den Vertrag mit ihren Kund*innen zu k├╝ndigen. Eine Ausnahme ist eigentlich nur dann der Fall, wenn diese ihre Rechnungen nicht bezahlen.
Aktuell ist die Situation allerdings eine andere. Laut Bundesnetzagentur haben im vergangenen Jahr ganze 35 Stromanbieter ihren Kund*innen gek├╝ndigt. Darunter waren auch bekannte Anbieter wie etwa Stromio zu dem auch die Marke Gr├╝nwelt geh├Ârt. Hunderttausende Haushalte sind von diesen K├╝ndigungen betroffen. Doch wie kam es dazu?

Der Grund f├╝r diese nie dagewesene Welle von K├╝ndigungen durch die Stromanbieter liegt in den massiv gestiegenen Gro├čhandelspreisen f├╝r Strom. Diese sorgen daf├╝r, dass die Anbieter den Strom aktuell zu sehr hohen Preisen einkaufen m├╝ssten. Und weil sich das oftmals nicht lohnt, stellen diese die Belieferung ein - oder m├╝ssen sie einstellen, da ihnen sonst im schlechtesten Fall eine Insolvenz drohen w├╝rde.┬á
Doch sehen wir uns die Lage einmal genauer an.┬á­čžÉ

So funktioniert der Strom-Gro├čmarkt

Wie wir bereits erl├Ąutert haben, spielen die Preise am Strommarkt aktuell verr├╝ckt. Der Gro├čhandelspreis f├╝r Elektrizit├Ąt war 2021 rund dreimal so hoch wie im Vorjahr und lag bei rund 97 Euro pro Megawattstunde. Kurz vor Weihnachten erreichte dieser Preis sogar kurzfristig einen Rekord von ├╝ber 400 Euro! Um zu verstehen, wie diese Tatsache nun dazu gef├╝hrt hat, dass Anbieter ihren Kund*innen reihenweise k├╝ndigen, sehen wir uns einmal an, wie der Einkauf von Energie auf dem Strommarkt funktioniert.┬á

Für Anbieter gibt es zwei verschiedene Arten, Strom einzukaufen. Einmal auf dem sogenannten Terminmarkt und einmal auf dem sogenannten Spotmarkt. 

­čĹë Auf dem Terminmarkt kaufen Anbieter den Strom bereits bis zu mehrere Jahre im Voraus ein - zu vorab vereinbarten Festpreisen.┬áDiese Gesch├Ąfte werden auch als ÔÇťFuturesÔÇŁ bezeichnet, da der Stromeink├Ąufer - in unserem Fall der Anbieter - bereits im Voraus seinen Strom f├╝r einen fixen Preis einkauft. Die Lieferzeitpunkte dieser Stromkontingente k├Ânnen mitunter mehrere Jahre in der Zukunft liegen. Dank dem ausgehandelten Festpreis sichert sich der Anbieter so gegen Preisschwankungen auf dem Strommarkt ab.┬á

­čĹë Dem gegen├╝ber steht der Spotmarkt, auf dem man auch kurzfristig - teilweise bis zu 5 Minuten vor Lieferbeginn - Strom zukaufen kann. Dann aber eben zu den Preisen, die in diesem Moment gelten.┬á

Manche Anbieter sind vorsichtig und haben einen Gro├čteil ihres Stroms langfristig ├╝ber den Terminmarkt gesichert.┬á

Es gibt jedoch auch andere Anbieter, die nur einen geringen Teil des Strombedarfs f├╝r ihre Kund*innen am Terminmarkt eingekauft haben. Sie hofften vermutlich darauf, dass die Strompreise in Zukunft fallen w├╝rden und sie so g├╝nstiger einkaufen k├Ânnen.
Eine Hoffnung, die - wie wir nun wissen - nicht eingetreten ist. Statt g├╝nstigen Strom m├╝ssten diese Anbieter nun unglaublich teuer am Spotmarkt zukaufen, um genug Strom f├╝r ihre Kund*innen zu haben. Und genau hier liegt das Problem. Denn somit wird es jetzt f├╝r einige Unternehmen zum Verlustgesch├Ąft, ihre Kund*innen zu den vereinbarten Konditionen zu beliefern.
Konditionen die auf Basis von niedrigeren Einkaufspreisen kalkuliert wurden. Daher versuchen diese Anbieter nun, die Kund*innen durch K├╝ndigungen loszuwerden. Das Nachsehen haben in diesem Fall die Verbraucher*innen.
Zwar m├╝ssen diese zumindest keine Sorge haben, ohne Strom dazustehen, denn im Zweifel ├╝bernimmt der Grundversorger die Ersatzversorgung mit Strom, allerdings m├╝ssen sie nun viel h├Âhere Preise bezahlen.┬á

Zwar haben umsichtige Anbieter wie die Grundversorger - oder auch wir - ihren Bedarf im Voraus kalkuliert und den Gro├čteil dieses Bedarfs am Terminmarkt eingekauft. Durch die vielen gek├╝ndigten Kund*innen, die nun in der Ersatzversorgung oder bei einem alternativen Anbieter landen, sind diese Kalkulationen allerdings hinf├Ąllig und der Strom f├╝r die gro├če Zahl an Neukund*innen muss nun kurzfristig am Spotmarkt zu den aktuellen hohen Preisen hinzugekauft werden. Hohe Preise, die sich letztendlich in der Stromrechnung der Verbraucher*innen widerspiegeln.┬á

Warum ist der Strompreis überhaupt so stark gestiegen? 

Der Strompreis ist seit jeher stark abh├Ąngig von den Preisen f├╝r Erdgas und Kohle. Beides Rohstoffe, die f├╝r die Stromerzeugung genutzt werden. Und genau diese Rohstoffpreise sind in letzter Zeit drastisch gestiegen.
Am teuersten waren zuletzt die mit Erdgas betriebenen Kraftwerke, was auch erkl├Ąrt, warum der Gaspreis den Strompreis so stark beeinflusst. Zus├Ątzlich befeuert wird die Strompreissteigerung durch die gestiegenen Preise f├╝r CO2-Emissionsrechte, die die Kraftwerksbetreiber einkaufen m├╝ssen.┬á┬á

Der Gaspreis hingegen wird zum einen durch die vermehrte Nachfrage angetrieben, sowie┬ástark vom politischen Konflikt zwischen Russland und Europa und vor allem von der Inbetriebnahme der umstrittenen Gaspipeline Nordstream 2 beeinflusst. Mehr zum Thema kannst du in unserem Blogbeitrag: ÔÇťSteigende Gaspreise ­čöą ÔÇô Wir erkl├Ąren warumÔÇŁ nachlesen.┬á

Alle diese Faktoren führen dazu, dass der Strommarkt in der aktuellen Situation steckt. 

Gerade jetzt, in einer Zeit, in der Gas- und Strompreise explodieren, zeigt sich das ganze Ausma├č. Die knappen Kalkulationen mit hohen Anfangsboni sind aufgrund des Preisanstiegs am Gro├čmarkt nicht mehr zu halten. Die ersten Anbieter sind insolvent und Kund*innen wird innerhalb k├╝rzester Zeit gek├╝ndigt. Dass diese Kund*innen dadurch in die meist teure Grundversorgung fallen und nun die Leidtragenden der Entwicklung sind, wird einfach hingenommen.

Was viele Anbieter vergessen ist, dass wir als Energieanbieter ma├čgeblich f├╝r unsere Kund*innen verantwortlich sind. Gesch├Ąftspraktiken wirken sich direkt auf das Leben der Verbraucher*innen aus.
Eine gro├če Verantwortung, die viele Energiekonzerne viel zu leichtfertig ausnutzen. Dies best├Ąrkt uns in unserer ├ťberzeugung, dass es sich langfristig auszahlt, Kund*innen fair und transparent zu behandeln, statt nur auf kurzfristigen Profit aus zu sein.┬á­čĺÜ­čÉÖ


Simone Gro├č
Senior Marketing Manager

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